Umsetzung der Montessori-Pädagogik

//Umsetzung der Montessori-Pädagogik
Umsetzung der Montessori-Pädagogik 2018-01-13T15:09:52+00:00

In unserer Grundstufe arbeiten wir in zwei jahrgangsgemischten Klassen mit Kindern der Lernjahre 1 bis 4. Die SchülerInnen lernen dabei in weiten Teilen in ihrem individuellen Arbeitstempo. Niemand soll aufgrund seiner Fähigkeiten im Vorankommen eingebremst, oder aber auch zu sehr unter Druck gesetzt werden. Eine positive Einstellung und Haltung zum Lernen und Arbeiten ist uns wichtig. Bei unserem Schulkonzept handelt es sich keinesfalls um eine „Laissez-faire- Pädagogik“, sondern um einen für SchülerInnen und Pädagogen höchst anspruchsvollen Lernweg, der nicht auf kurzfristige Erfolge, sondern auf ein nachhaltiges und positiv geprägtes Lernen ausgerichtet ist.

„Hilf mir es selbst zu tun“

Erziehung zur Selbstständigkeit im Lernen und in Alltagssituationen steht in der Montessori-Pädagogik traditionell im Zentrum. Wie im ganzen Haus arbeiten wir auch im Grundschulbereich inklusiv.

Jedes Kind ist einzigartig und so bemühen wir uns auch in unserer täglichen Arbeit, das einzelne Kind im Blick zu haben, um ihm ein Wachsen nach seinem Tempo in unserer Schulgemeinschaft zu ermöglichen.

In den Phasen der Freiarbeit findet die Arbeit an mathematischen, sprachlichen und sachbezogenen Themen statt. Unterschiedliche Lernwege mit unterschiedlichen Zielen ergeben sich aus den individuellen Voraussetzungen und Motivationen, die Schüler mitbringen. Oftmals arbeiten SchülerInnen einer Jahrgangsstufe an verschiedenen Inhalten. Sie eignen sich ihre Lerninhalte dabei nicht im Gleichschritt eines Klassenverbundes an, sondern werden von ihren Lehrern angeleitet, am jeweils für sie passenden Lernstoff zu arbeiten. Begleitet wird die Freiarbeit dabei in der Regel von zwei Pädagogen pro Lerngruppe, um den individuellen Lernständen und Arbeitsfeldern der Kinder entsprechend Rechnung zu tragen. Die Lehrer verstehen sich als Lernbegleiter und sind dabei sehr nah dran am Entwicklungsprozess und Lernstand des einzelnen Kindes. Dementsprechend gezielt leiten sie die Schüler zu selbsttätigem Lernen an und geben Orientierung in Bezug auf Zielsetzungen und Arbeitsschritte.

Montessori-Materialien stellen eine wichtige Basis für die Erarbeitung grundlegender Lerninhalte, vor allem in den Bereichen der Mathematik und Sprache, dar. Sie ermöglichen ein vertieftes Verstehen und bleibende Einsichten. Daneben kommen aber selbstverständlich auch zahlreiche andere Lernmaterialien sowie Arbeitshefte individuell und passgenau auf das jeweilige Kind zum Einsatz.

Notenfreiheit ist ein besonderes Gut der Montessori-Schulen. Kinder im Grundschulalter vergleichen sich regelmäßig ganz natürlich in den verschiedensten Bereichen. Auf den künstlichen und pädagogisch höchst fragwürdigen Notenvergleich verzichten wir in der Montessori-Schule zu Gunsten eines Klimas des interessierten miteinander und voneinander Lernens.

Die Kosmische Erziehung und Naturwissenschaften beinhalten die großen Fragen und Themengebiete rund um die Welt, die Kinder wirklich interessieren. Immer wieder stellen kosmische Erzählungen nach Maria Montessori, Naturphänomene, Experimente oder Spezialgebiete der SchülerInnen einen motivierenden Kern dar, von dem aus Sprache und Mathematik häufig aus intrinsischer Motivation heraus zielgerichtet gelernt wird.

Große Bedeutung sprechen wir den Fachbereichen Kunst und Werken, Sport und Bewegung sowie der Musikerziehung zu, die neben den Phasen der Freiarbeit separat im Stundenplan ihren Platz finden.

Englisch gehört in die Grundschule. Für ein Anbahnen von Sprachgefühl, die Vermittlung von Basiskenntnissen im Bereich der englischen Sprache sowie die Wahrnehmung kultureller Vielfalt sind die Kinder im Grundschulalter generell sehr offen. In differenzierten Englischgruppen wird dieser Tatsache Rechnung getragen.

Hausaufgaben sind nicht regelmäßig und verpflichtend. Viele Anregungen für eine gelingende und konstruktive Heimarbeit sowie gezielte Arbeitsaufträge bei Bedarf runden die schulische Arbeit ab.

Als Zeugnis erhalten die Schüler zweimal im Jahr IzEL (Informationen zum Entwicklungs- und Lernprozess).

Exkursionen und außerschulische Lernorte stellen eine wichtige Säule im Lernprozess der Kinder dar. Fahrten zu Musik-, Theater- oder anderen kulturellen Angeboten gehören ebenso wie Schwimmunterricht, Naturerfahrungen und Verkehrserziehung zum Schulleben.

 

Die Schullaufbahn sollte zum Kind passen – nicht das Kind zur Schullaufbahn passend gemacht werden!

Mit unserer Sekundarstufe (Mittelschule) bieten wir den SchülerInnen in einem überschaubaren Umfeld einen weiterführenden und vielseitigen Lernweg. Neben dem qualifizierten Mittelschulabschluss kann auch die mittlere Reife erlangt werden, sodass dem jungen Erwachsenen alle Wege in die berufliche Welt offen stehen.

Stellt für ein Kind der Weg auf eine sogenannte weiterführende Schule (Realschule, Gymnasium) eine sinnvolle Option dar, kann es gegen Ende des vierten Lernjahres am dreitägigen Probeunterricht der jeweiligen Schule teilnehmen.